Unwetterszenarien - Extremniederschlagsereignisse - sind wir darauf vorbereitet?“Gestern war es so heiß, wie seit 400 Jahren nicht!“ „Es wurde schwarz wie die Nacht dann kam die Hagelwalze“ “Es goss wie aus Kübeln!“ “Plötzlich war das Unwetter da!“ “Hagel so groß wie Tennisbälle, kein Auto kein Dach war mehr heil“ Wetterkapriolen in Deutschland: Eine Gewitterfront mit starken Regenfällen, gewaltigem Hagel und Sturmböen ist letzte Nacht über weite Teile von.... hinweg gezogen. Dabei richteten die Unwetter einen Schaden in mindestens zweistelliger Millionenhöhe an. So titelten einige Zeitungen in der vergangenen Zeit. Ist das alles ein Alptraum? Nein! Hier der realistische Bericht einer Führungskraft: Schweres Unwetter in der Region ..... Gegen 20:30h
am gestrigen Samstag zog von Südwesten ein schweres Gewitter
auf uns zu, Blitzintensität ~20 - 25 Blitze/min.
Das in .... stattfindende Openairfestival musste wegen des Unwettersn abgebrochen werden, viele der Zelte auf der nahegelegenen Wiese wurden komplett unter Wasser gesetzt. Die PKW kamen nicht mehr aus der als Parkplatz genutzten Wiese (Schlammsumpf) Die Teilnehmer des Openairfestival und des Zeltlagers mussten in
der Sporthalle und einer Mehrzweckhalle untergebracht und betreut
werden. Der Strom fiel aus und die Handys gingen nicht mehr. Es war unvorstellbar ! Über 100 Notrufe gingen innerhalb kurzer Zeit über
[die Notrufnummer]112 bei der Leistelle ein.
Erfahrungen, Anregungen und strategische Überlegungen aus Oberbayern Die Zahl der Tage mit mehr als 30 Litern auf dem Quadratmeter Niederschlag hat in jüngster Zeit um Zwei Drittel zugenommen. Spitzenwerte mit 300 Litern in 72 Stunden sind gefallen, Hagelkörner so groß wie Tennisbälle! Diese Ereignisse sind und bleiben keine Einzelfälle! Die Feuerwehren Oberbayerns sind der Meinung, dass spätestens seit den Hochwasserkatastrophen von 1999 (Pfingsthochwasser), 2002 (Augusthochwasser, Tief „Ilse“) und 2005 (Augusthochwasser, Tief „Norbert“) jedem klar sein muss, wie wichtig eine Unwetterwarnung und vorausschauende Planung gerade in den Gemeinden und bei den Wehren ist: Bei außergewöhnlichen Extremniederschlagsereignissen, besonderen Sicherheitslagen oder Unfällen mit erhöhter Wirkung nach außen ist eine Leitung durch die Sicherheitsbehörden notwendig. In Gemeinden sind die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unter Hinzuziehung der Fachbehörden gefordert. Sie sollten bereits vorab einen Stab zusammenstellen, dessen Zusammensetzung durch die Kommune entschieden wird. Auf Kreisebene und in den kreisfreien Städten kann der Katastrophenfall ausgerufen werden. In diesem Fall obliegt die Einsatzleitung der jeweiligen Katastrophenschutzbehörde. In Frage kommen unter anderem folgende Unwetterszenarien: Hochwasser, Sturm, Orkan, Tornados, Hagel (-Unwetter), extreme Trockenheit (Waldbrandgefahr), starker Schneefall (Erhöhung der Dachlast mit drohendem Gebäudeeinsturz), Schneechaos auf der BAB, Murenabgängen oder andere denkbare Situationen. Auch in Bayern ist ein Umdenken notwendig: So manches Schadensereignis war bisher nicht vorstellbar. Unwetter und Katastrophen gab es schon immer, doch früher waren andere Voraussetzungen gegeben. Durch den Klimawandel und die verstärkte Bebauung ist heutzutage von ganz anderen Schadensereignissen auszugehen. Eine gute vorbereitende
Organisation ist hier die Basis für
einen erfolgreichen Einsatz. Dringend geboten ist bei diesen Ereignissen
ein Katastrophenmanagement, das folgende Schwerpunkte hat: Wie stellt sich die Notfallplanung einer Kommune dar? Hier sind eine Erfahrungswerte: - Vorausschauende
Planung hat Priorität Übungen sind sehr zeitintensiv, doch dabei lernen sich alle Einsatzkräfte und Verantwortlichen kennen und machen sich mit den Übungsvorgängen vertraut. Niemand darf glauben, dass etwas, was noch nie geübt worden ist, auf Anhieb klappt!
Eine erfolgreiche Bewältigung von Unwettereinsätzen kann nur ganzheitlich (integriertes Handeln) unter der Berücksichtigung der folgenden Punkte geschehen: - Bürgerinnen
und Bürger müssen für
dieses Thema sensibilisiert und in ihrer Eigenverantwortung gestärkt
werden, Bewusstsein schaffen, das eigene Risiko kennen!
Bei uns gibt’s das nicht? - Von wegen! Katastrophen lassen sich prinzipiell nicht verhindern. Den Einsatzkräften bei der Gefahrenabwehr und dem Katastrophenschutz bleiben nur kurze Zeit zum reagieren. Aus diesem Grund sind die Verantwortlichen aufgefordert, alles daran zu setzen, Katastrophen zu managen! Eine schnelle, schlagkräftige Führung ist bei solchen Schadensereignissen notwendig, um zu rechten Zeit klare Entscheidungen zu treffen! Verlässlicher Partner sind die Feuerwehren Oberbayerns! Weitere Informationen auf unseren CD Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern e. V. Gerhard Bullinger |