Rauch Früherkennung durch automatische Heimrauchmelder - Lebensrettend
Wieder haben uns mehrere Brände, bei denen Menschen ums Leben kamen, aufhorchen lassen und betroffen gemacht. 4 Kinder und die Mutter im Landkreis Regensburg und 3 Jugendliche in Aachen kamen bei Wohnungsbränden in den letzten Tagen durch Rauchvergiftungen ums Leben. Tegernheim bei Regensburg - 5. Januar, 4 Uhr morgens:
Im Schlafzimmer im Obergeschoß seines Einfamilienhauses wird ein Ehepaar wach: Knistergeräusche, Rauch - es brennt!!! Während die Frau die Feuerwehr verständigt und die Kinder weckt, hastet der Mann nach unten ins Freie - vielleicht will er Hilfe holen; auch unternimmt er offenbar Löschversuche mit einem Gartenschlauch. Die Haustür fällt hinter ihm zu - er kann seiner Familie nicht mehr helfen. Das Treppenhaus ist mittlerweile unpassierbar. Die Mutter hat sich mit den Kindern (8-16 Jahre) durch dichten Rauch ins Bad geflüchtet, Türspalte noch mit Handtüchern abgedichtet; dann verlieren alle das Bewusstsein. Es gelingt ihnen nicht mehr, das Fenster zu öffnen - die Frau und ihre vier Kinder ersticken... Ursache: ein technischer Defekt im Wohnzimmer im Erdgeschoß. Wachlehen bei Miesbach - 3. Januar, 9.45 Uhr:
Ein schriller Ton reißt einen jungen Polizisten aus dem Schlaf - sein Rauchmelder, den er sich erst vor wenigen Wochen in einem Baumarkt gekauft hatte, gibt Alarm. Sein Zimmer ist verraucht, das nebenliegende Wohnzimmer steht nahezu in Vollbrand. Durch eine zweite Tür gelangt er auf den Gang, weckt im Nachbarzimmer seinen Kollegen und verständigt über Handy die Feuerwehr. Beide Polizisten tun im Lkr. Miesbach Dienst und haben sich die Wohnung im 1. OG eines größeren Einfamilienhauses gemeinsam gemietet.
Nachdem sie den Vermieter im EG verständigt haben, stellen sie fest, dass das Auto der Mieterin aus dem Dachgeschoß vor der Tür steht, diese also im Haus sein muß! Bei zunehmender Rauchentwicklung arbeitet sich einer der Polizisten robbend in die Wohnung der Frau vor, findet sie orientierungslos am Boden liegend vor und führt sie ins Freie. Wenig später splittert die Wohnzimmerscheibe - Sauerstoff facht das Feuer zum Großbrand an und macht innerhalb von Sekunden das Treppenhaus unpassierbar.
Retter und Gerettete haben eine leichte Rauchvergiftung erlitten und - alle leben!!! Ursache: ein technischer Defekt im Wohnzimmer - möglicherweise an Fernseher oder Radio. In den letzten zehn Jahren hat sich durch die Änderung von Lebensgewohnheiten und die moderne Möblierung die Art der Zimmer- und Gebäudebrände wesentlich gewandelt. Je nach Brandlast, die sich im Raum befindet ( z.B. Polstermöbel, Anbauwand, Bücher, Fernseher, Teppiche und Vorhänge), kann sich ein Zimmerbrand heute innerhalb kurzer Zeit zu einem Vollbrand entwickeln. Hier ein kleines Beispiel dazu: Einer Person fällt im Wohnzimmer Zigarettenglut auf das Sofa. Dieses Möbelstück entzündet sich. Dann sind maximal 30 Sekunden Zeit den Brand zu löschen. Danach ist die Rauchentwicklung in dem Raum so stark, das ein Mensch - ohne entsprechende Schutzausrüstung - durch die toxischen Gase erstickt. Nach zwei bis drei Minuten und bei ca. 230 ° C hat der Bewohner (ohne Schutzausrüstung) keine Chance mehr, den Raum zu verlassen oder den Brand zu löschen. Nach drei Minuten herrschen in dem Raum Temperaturen um 300 ° Celsius, die sich bis zum Eintreffen der Feuerwehr nach 4 - 6 Minuten zum Beispiel bei dem gefürchteten Flash Over auf bis zu 1.100 ° Celsius erhöhen können. Das macht den Einsatz für die Feuerwehr so gefährlich. Es kann sich aber auch ein Schwelbrand entwickeln, der über längere Zeit 10 - 20 Minuten unentdeckt vor sich hin schwelt und dabei schon Rauch, Kohlenmonoxid und giftige Gase absondert und Menschen die sich im Haus befinden durch Einatmen tötet. Die einzig wirksame lebensrettende Methode ist, sich durch die Rauch Früherkennung (im Anfangsstadium) wirksam zu schützen. Dies geschieht durch den Einsatz von automatischen Heimrauchmeldern, die den Rauch eines beginnenden Brandes anzeigen und laut Alarm schlagen. Man darf sich einen Wohnungsbrand nicht als gemütlich anheimelnd, knisterndes Holzfeuer eines Kamins vorstellen, sondern (bei einem Kunststoffschwelbrand zum Beispiel eines Elektrogerätes) einen tiefschwarzen fett stinkenden, beißenden, rußigen und schwabernden Rauch, der jedes Atmen unmöglich macht. Das hat den Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern veranlaßt auf diese Problematik hinzuweisen und gemeinsam mit den Feuerwehren die Bürger zu sensibilisieren und zu informieren. Unter folgenden Links stellen wir unseren Feuerwehren eine Präsentation als Vortrag mit Wissenswertem zum Thema Rauchmelder in verschiedenen Formaten zur Verfügung. Sie ist zur eigenen Information und für Vorträge im Rahmen von Aktionen gedacht. Gerhard Bullinger Hier noch ein paar gute Links zum Thema Rauchmelder: http://www.rauchmelder-lebensretter.de Infos vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren Brandschutzerziehungsseite des LFV Bayern http://www.fire-foto.de/rauchmelder.htm
|