Die Geschichte der bayerischen Bezirks-, Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände

In der Mitte des vorigen Jahrhunderts hat es noch wenige Feuerwehren gegeben und die vorhandenen rekrutierten sich meist auf polizeiliche Anordnung durch zum Teil aus Geldmittel entschädigten Männern. Viele Gemeinden hatten gar keinen Feuerschutz, einige waren im Besitze einer „Feuerspritze“. Die damaligen Feuerlöschmaschinen besaßen noch Druckwerke ohne Saugeinrichtung. Die Bedienung war durch das dauernde Wassertragen sehr kraft- und zeitraubend. Sie Löscheinrichtungen bildeten bei einem Schadenfeuer in der Gemeinde oder in der Nachbargemeinde ohne Löscheinrichtungen oft den alleinigen Feuerschutz. Erst nach und nach entstanden an größeren Orten auf eigene Satzungen beruhende Freiwillige Feuerwehren.

Nach der Gründung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern am 13. April 1868 bildeten sich nach und nach die Bezirksfeuerwehrverbände. Diese konnten allerdings nicht willkürlich oder nach Gutdünken einzelner festgelegt werden, sondern sie hatten sich nach amtlichen Vorgaben zu richten. Die Anzahl entsprach der damaligen Stadt- und Landkreise. So entstanden im gesamten Landesverband 187 Bezirksfeuerwehrverbände, ausgerichtet nach den sogenannten Bezirksämtern. Sie hatten Bestand bis zur systematischen Zerschlagung der Selbstorganisation der Freiwilligen Feuerwehren und endeten mit Reichsgesetz vom 23. November 1938, als alle Feuerwehren zwangsweise in die Polizei überführt worden sind und, bei gleichzeitiger Auflösung aller bestehenden Feuerwehrverbände, die in eine Hilfspolizeitruppe umgewandelt wurden.

Nach der Wiedergründung des Landesfeuerwehrverbandes Bayern im Oktober 1993 war es die vordringlichste Aufgabe die Bezirksfeuerwehrverbände so wie die Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände zu gründen um einmal alle Feuerwehren vor Ort mit in die Verbandsstruktur einzubinden und zum anderen die Durchgängigkeit der Verbandsarbeit nach dem Motto: „Von der Basis - für die Basis“ sicherzustellen, wobei in diesem Slogan nicht nur an die Feuerwehren gedacht ist sondern auch an die Landkreise, Städte und Gemeinden. Es war ja das erklärte Ziel der Gründer (damaliges Sprechergremium), dass mit dem Aufbau der Verbandsstruktur die Arbeit der „gemeindlichen Einrichtung Feuerwehr“ vorrangig unterstützt und verbessert werden soll und nicht die des „Feuerwehrvereines“.

Bezirksfeuerwehrverbände (ehemals Kreis-Feuerwehr-Verbände):

  • Fränkischer Feuerwehr-Bund (MFR, OFR, UFR)
    Gegründet am 18.08.1867 in Würzburg, aufgelöst 1876
  • Niederbayerischer Kreis-Feuerwehr-Verband
    gegründet am 29.09.1867 in Passau, aufgelöst durch Gesetz 1938
    Wiedergründung als Bezirksfeuerwehrverband am 17.03.1995 in Landshut
  • Oberbayerischer Kreis-Feuerwehr-Verband
    gegründet am 26.12.1867 in Freising, aufgelöst durch Gesetz 1938
    Wiedergründung als Bezirksfeuerwehrverband am 11.03.1995 in Ebersberg
  • Oberpfälzer Kreis-Feuerwehr-Verband
    gegründet am 25.03.1868 in Regensburg, aufgelöst durch Gesetz 1938
    Wiedergründung als Bezirksfeuerwehrverband am 20.04.1996 in Kirchenthumbach (NEW)
  • Unterfränkischer Kreis-Feuerwehr-Verband
    gegründet am 10.11.1868 in Würzburg, aufgelöst durch Gesetz 1938
    Wiedergründung als Bezirksfeuerwehrverband am 15.10.1995 in Marktheidenfeld
  • Schwäbischer Kreis-Feuerwehr-Verband
    gegründet am 10.11.1870 in Augsburg, aufgelöst durch Gesetz 1938
    Wiedergründung als Bezirksfeuerwehrverband am 09.04.1994
  • Oberfränkischer Kreis-Feuerwehr-Verband
    gegründet am 04.03.1873 in Kulmbach, aufgelöst durch Gesetz 1938
    Wiedergründung als Bezirksfeuerwehrverband am 02.12.1995 in Grafengehaig(KU)
  • Mittelfränkischer Kreis-Feuerwehr-Verband
    gegründet am 08.10.1876 in Ansbach, aufgelöst durch Gesetz 1938
    Wiedergründung als Bezirksfeuerwehrverband am 01.04.1995 in Zirndorf (FÜ)


Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern

Bis zur Gründung des ersten Bezirksfeuerwehrverbandes, nach der Wiedergründung des Landesfeuerwehrverbandes, sind neben den 37 Gründungsmitgliedern weiter 10 Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände gegründet worden. Das waren dann die Hälfte der vorhandenen Stadt- und Landkreise in Bayern.

Am 11. März 1995 wurde in der Ebersberger Sieghartsburg der „Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern in einer Feierstunde von 16 Kreisverbänden und dem SFV München nach der Mustersatzung des Landesfeuerwehrverbandes gegründet. Damit war der Schulterschluss in der Verbandsstruktur in Oberbayern hergestellt.
Dem Festakt wohnten 200 geladene Gäste bei, zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens standen Pate wie z.b. von der Regierung von Oberbayern Herr Dr. Kunert, Landrat Hans Vollhardt, der Kreisvorsitzende des bayerischen Gemeindetages 1. Bgm. Rudi Heiler sowie der geschäftsführende Sprecher KBR Fritz Poll.

Die erste Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender: KBR Gerhard Bullinger Ebersberg
1. Stellv. Vorsitzender: OBD Dipl. Ing.Günther Hölzl München
2. Stellv. Vorsitzender KBR Dieter Wurm Fürstenfeldbruck

Schriftführer: Ltr. der WF Andreas Gandorfer Poing
Schatzmeister: KBM Willi Funke Schrobenhausen

Mit dem gewählten 1. Vorsitzenden KBR Gerhard Bullinger folgte wieder eine Ebersberger Führungskraft in eine ranghohe Funktion im Bezirks- und Landesverbandsausschuß, denn der königliche Rat Josef Haggenmiller aus Ebersberg stand nicht nur dem Bezirksfeuerwehrverband Ebersberg vor sondern war auch von 1. Oktober 1906 bis zum 29 September 1913 der 1. Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Bayern

Oberbayern gliedert sich in 20 Landkreisen und 3 kreisfreie Städte. Hierfür stehen 1322 Freiwillige Feuerwehren, 2 Berufsfeuerwehren, in München und Ingolstadt, 44 Werkfeuerwehren und 21 Betriebsfeuerwehren mit 66.952 Aktiven, davon 1.995 Frauen und 8012 jugendlichen Feuerwehranwärtern, bereit um in allen Notlagen gekonnte Hilfe zu garantieren. Derzeit sind
bis auf den Landkreis Miesbach alle Stadt und Landkreise mit rund 52 000 Mitgliedern im Verband organisiert.

Nach der Gründung begann die Arbeit des Bezirksfeuerwehrverbandes für die Feuerwehren. Es sind nach und nach die Fachbereiche analog der Fachbereiche des LFV zusätzlich der Fachbereich 15 Feuerwehrhistoriee eingerichtet worden. Als Schwerpunkte setzte sich der neue Verband die Bereiche Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit, Jugendarbeit und Information für die ca. 66 000 Aktiven und 8.012 Mitglieder in den 800 Jugendgruppen der Jugendfeuerwehren. Es erschien 1995 das erste farbige Plakat Stundenlohn 0,00 DM.

Weiter folgten dann zahlreiche Arbeitshilfen für die Ausbildung in CD Form. Die Führungskräfte wurden regelmäßig zu Seminaren und Fortbildungen eingeladen wie z.b. First Responder, Gefahrgut, Brandmelderzentralen und „Einsatzführung bei Hochwassereinsätzen“. Seit 4 Jahren fahren die Kreisausbilder im Atemschutz regelmäßig zur Fortbildung und Flash Over Training zu RISC nach Rotterdam

Ein weiterer wichtiger Schritt war der Aufbau der „Notfallseelsorge“ in Oberbayern, wobei wir eine hervorragende Unterstützung durch den Andreas Müller Cyran MA erhielten.

  1. Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit im FB6
  2. Plakat Stundenlohn 0,00 DM bereits 2 mal kostenlos an alle Mitglieder verteilt
  3. Stundenplan für die Brandschutzerziehung kostenlos an alle Mitglieder verteilt
  4. Gezielte Arbeit in den 15 Fachbereichen "von der Basis für die Basis"
  5. Organisation von Ausbildungsseminaren durch das BFV-Seminarteam
    mit folgenden Themen:
    - Anwendung des Art. 28
    - Symposium Zugunglücke
    - Gefahrgutfortbildung
    - First Responder Kongress
    - Leitstellen Kongress 112
    - Dialog Brandmeldetechnik
    - Bewältigung (Management) von Großschadenslagen (in Zusamenarbeit mit dem LFV-Bayern)
  6. Erstellung von Arbeits- und Unterrichtshilfen auf CD-Rom zu den Themen:
    - Technische Hilfeleistung Eisenbahn
    - Brandschutzerziehung (Elternabend Version 1.0 + 2.0)
    - Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit
    - Fortbildung im Umgang mit modernen Brandmeldeanlagen
    (Weiterbildung BMZ Vers. 1.0 + 2.0)
    - Know-How für Leiter einer Jugendfeuerwehr
    - Führung im Katastrophenschutz
    (inzwischen integriert in die CD Fortbildung für Führungskräfte 2)
    - Fortbildung für Führungskräfte Teil 1 und Teil 2

  7. Atemschutz Erfahrungsaustausch FB – 1 AK 1
  8. Gefahrgut und Gefahrgut und GWG - Standorte FB – 1 AK 1
  9. Förderung der Facharbeit
  10. Förderung der Kreis - Atemschutzausbilder Flash Over Training bei RISC
  11. Förderung der Jugendarbeit – 1. Bezirksjugendzeltlager in Hepberg
  12. Förderung der Jugendarbeit
  13. Förderung der Wettbewerbe – Jugend Mannschaft Taufkirchen Zeiling (2. Platz)
  14. Förderung der teilnehmenden Mannschaften in Augsburg und Finnland
  15. Förderung der Facharbeit - Fortbildung MESSE Interschutz Augsburg
  16. Aktuelle Informationen der Feuerwehren über Gefahrenschwerpunkte
  17. Anerkennung des Ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes
  18. Projekt BFV-RED CARD (Bonus-Card)
  19. Einbringen von Anregungen von örtlichen Belangen bei der Norm FB 1
  20. Erarbeiten einer Vorläufigen TAB (Technischen Anschluß Bedingung) für Oberbayern und Mitarbeit an einem Entwurf an einer bayernweit einheitlichen TAB - Bayern
  21. Erarbeitung eines Download-Pools von Tools für Unterrichte, zum Beispiel für die Brandschutzerziehung
  22. Buch der Führungskräfte Oberbayerns
    Historische Sammlung durch EKBR Ettl und EKBI Dachs, Landkreis München
  23. Informationen für Historiker der Feuwehren Fachbereich 15
  24. CD "Alarm für das Ehrenamt"
  25. CD "Elternabend" (Version 1.0 + 2.0)
  26. CD "THL Eisenbahn" (Idee und Mitarbeit)
  27. CD "Weiterbildung BMZ" (Version 1.0 + 2.0)
  28. CD "Jugendleiter"
  29. CD "Führung im Katastrophenschutz Hochwasser"
    (inzwischen integriert in die CD Fortbildung für Führungskräfte 2)
  30. Fortbildung für Führungskräfte Teil 1 und Teil 2
  31. Flyer Frauenarbeit - Fachbereich 11
  32. Sonderförderprogramm Wärmebildkamera der VKB mit dem LFV (die Erste wurde für den Lkrs. AÖ am 22.09.2001 ausgeliefert
  33. Erstellung und Aktualisierung einer eigenen Hompage www.bfv-obb.de

Diese Aufstellung ist als beispielhaft anzusehen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

In Sitzungen und Besprechungen der Fachbereiche, des Verbandsausschusses und einer jährlichen Verbandsversammlung sind die Geschicke des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberbayern gelenkt und geleitet worden.

Die Angehörigen der 1322 freiwilligen Feuerwehren in Oberbayern sind ehrenamtlich und damit unentgeltlich für das Allgemeinwohl und die Sicherheit der Bürger tätig sie übernehmen Tag und Nacht sehr viel Verantwortung und sind damit Garant für ein flächendeckendes Gefahrenabwehrsystem in Bayern.

Die 66.952 Feuerwehrdienstleistenden in Oberbayern erfüllen hier einen Volks- und betriebswirtschaftlich unbezahlbaren Dienst an unserer Gesellschaft.

Nicht erst die Ereignisse seit dem 11.September 2001 oder dem Pfingsthochwasser oder dem Sommerhochwasser 2003 haben deutlich aufgezeigt wie wichtig gerade die Feuerwehren als wesentlicher unverzichtbarer Bestandteil eines Flächendeckenden Katastrophenschutzes in Bayern für die Sicherheit der Bürger sind.

Diese Ereignisse haben deutlich gemacht, wie schnell am Wochenende und auch in der Urlaubszeit eine so große Zahl an Feuerwehrdienstleistenden in kürzester Zeit für überörtliche Hilfseinsätze zur Verfügung stehen.

Dabei wurde sehr schnell deutlich wie leistungsbereit und schlagkräftig unsere Feuerwehren im Katastrophenschutz sind.
Unser modernes und vernetztes Leben ist komplex und sensibel gegen über
Einflüssen von außen geworden, mit der geänderten Sicherheitslage kommen auf die Feuerwehren immer neue Aufgaben zu dabei müssen wir uns alle selbstkritisch fragen wieviel Fortbildung braucht heute eine Feuerwehr - Führungskraft zum Beispiel Kommandant, kommen wir mit den vielen Neuen Begriffen noch klar, wie können wir unsere verantwortungsvolle Führungsaufgaben in einem komplexen Gefahrenmanagement Schritt halten und noch ehrenamtlich lösen?

Es gibt ständig neue Herausforderungen denen sich die Feuerwehren stellen müssen, nur ein starker Verband kann die Interessen bündeln und gegenüber den Behörden, Ämtern und Institutionen vertreten.

Wir hoffen, dass die Feuerwehren in Oberbayern mit dem Landesfeuerwehrverband und den Stadt- und Kreisfeuerwehrverbänden in eine erfolgreiche und gute Zukunft für unsere Feuerwehren gehen. Ein Glück auf dem Landesfeuerwehrverband zum 10-jährigen Bestehen!