Erhöhte Waldbrandgefahr

Waldbrandgefahr in Bayern

Feuerwehren mahnen zur Vorsicht
22.07.2006 - 04:28 Uhr
Bürger zur Vor- und Umsicht aufgerufen!
Wegen der trocken-heißen Witterung der letzten Tage und der regenarmen Wochen hat die Waldbrandgefahr in Bayern stark zugenommen. In weiten Teilen Bayerns herrscht die zweithöchste Alarmstufe (Stufe 4 von 5). Schon ein einzelner Funke oder eine weggeworfene Zigarettenkippe, aber auch eine die Sonnenstrahlen bündelnde Glasscherbe können Gras, Nadelstreu und auf dem staubtrockenen Waldboden liegende Zweige und Reisig entzünden - mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur! Und die Gefahr steigt: Abgesehen von einzelnen Wärmegewittern bleibt es nach Auskunft des Wetterdienstes in Bayern die nächsten Tage heiß und trocken.

Landesverbandsvorsitzender Alfons Weinzierl gibt Antworten:
Die aktuelle Situation in Bayern. Wo ist die Gefahr am Größten?
Wir haben derzeit in Bayern Meldestufe 4
Die größte Gefahr besteht bei großen Kiefernwäldern, weil diese auf sandigem und trockenem Boden stehen. Größere Gefahr geht auch am Waldrand und an Bahndämmen aus, weil dort die Sonneneinstrahlung am größten ist. Dort reicht eine weggeworfene Flasche aus, um das Bodengras entzünden zu können.

Was sind die Ursachen für Waldbrand:
95 % ist der Mensch schuld. Der Rest Blitzeinschlag.
Was soll der Einzelne tun bzw. im Wald nicht tun?

  • Rauchen Sie nicht und werfen Sie keine Zigarettenkippen weg. (Zur Erinnerung: Grundsätzlich gilt von Anfang März bis Ende Oktober in bayerischen Wäldern ein Rauchverbot.)
  • Offenes Feuer ist bis 100 Meter an die Waldgrenze verboten.
  • Achtung mit Glasflaschen. Eine Glasscherbe in der Sonne genügt, um einen Waldbrand auszulösen.
  • Stellen Sie Ihr Auto nicht in Waldgebieten oder auf Stoppelfeldern ab. Der heiße Katalysator kann den Untergrund entzünden.

Derzeit besteht durch die länger andauernde Trockenheit und die hohen Temperaturen die Gefahr von größeren Freiflächen-, Getreide-, Stoppelfelder- und Waldbränden. Besonders Freiflächen, trockene Getreide- und Stoppelfelder, Grünflächen in Schonungen und Nadelholzkulturen sind davon betroffen. Auch jüngere Nadelholzbeständen (Alter bis 40 Jahre) mit sehr dicht stehenden Bäumen, hohem trockenem Gras und sonstigem abgestorbenem Material sind sehr gefährdet, insbesondere dort, wo der Boden durch direkte Sonneneinstrahlung ausgetrocknet ist.

In den letzten Tagen kam es vermehrt zu Großbränden auf Freiflächen die mit großen logistischem Aufwand der Feuerwehren bekämpft werden mußten.

Oft führen achtlos weggeworfene Zigarette von Spaziergängern und Autofahrer zum Großbrand. Auch im Bereich der Getreideernte besteht momentan erhöhte Brandgefahr. Oft genügt schon ein kleiner Funke, verursacht durch einen Stein oder ein Stück Metall, um die beim Strohdreschen entstehenden Stäube zu entzünden. Meist brennt dann nicht nur der Mähdrescher, sondern gleich das ganze Feld.

Waldbrände haben meist verheerende Folgen.
Dabei ließen sie sich doch mit der entsprechenden Vorsicht vermeiden.

Waldbrände entstehen in unseren Breitengraden meist aus fahrlässiger Unachtsamkeit oder durch vorsätzliche Brandstiftung. Zu den häufigsten Nachlässigkeiten zählen leichtfertiger Umgang mit offenem Feuer und das Wegwerfen von noch glimmenden Zigarettenkippen. Nicht umsonst besteht derzeit in unseren Wäldern Rauchverbot.

Machen Sie rauchende Spaziergänger darauf aufmerksam - höflich, aber bestimmt.

Denken Sie immer daran: Feuerwehrleute schützen sich im Löscheinsatz durch spezielle Schutzkleidung und mit Atemschutzgeräten. Betroffene und Anlieger eines Hausbrandes können evakuiert werden. Flora, Fauna und die Tierwelt jedoch bleiben im Brandfall ihrem Schicksal überlassen.

Durch Unvorsichtigkeit und Leichtsinn entstehen Brände in Wald und Flur:

  • durch offenes Feuer oder Zigarettenkippen
    Derzeit ist offenens Feuer im Abstand von 100 m zum Wald nicht erlaubt.
  • durch weggeworfene Glasflaschen (Brennglaseffekt)
  • an Bahndämmen durch Funken von den Metallrädern der Züge
  • durch Katalysatoren (Temperaturen von 800C) von PKW beim Parken im hohen Gras
  • durch Verbrennen von Laub oder Kompost
    Denken Sie daran dass sich ein trockener Komposthaufen selbst entzünden kann.
    Das Feuergreift dann auf eine anliegende Freifläche und dann auf den Wald über.
  • durch spielende Kinder

Richtiges Verhalten bei Bränden in Wald und Flur

Brandmeldung:

Im Falle eines Wald- oder Flurbrandes ist sofort die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 oder eine Polizeidienststelle (Notruf 110) zu verständigen. Dabei sind möglichst die nachfolgenden Daten zu übermitteln:

  • Genaue Angabe des Brandortes
  • Ausmaß des Brandes
  • Art des Brandes (Erd-, Boden- bzw. Wipfelfeuer)
  • Günstigste Zufahrt zum Brandort,
    evtl. einen Treffpunkt mit den Einsatzkräften vereinbaren
  • Derzeitiger eigener Standort des Meldenden angeben

Wichtig für Landwirte:

Vorbeugend ist zu empfehlen, Staubablagerungen im Gerät immer sofort zu entfernen und auf größere Steine oder Metallgegenstände zu achten!

Brennt es bereits, ist es wichtig bei der Alarmierung der Feuerwehr über Notruf 112 möglichst genaue Standortangaben zu machen und den Brand mit Feuerlöschern eindämmen bis die Feuerwehr eintrifft. Nach Möglichkeit eine Person zum Einweisen der Feuerwehr abstellen.

Brandbekämpfung:

Die Brandbekämpfung eines Entstehungsbrandes muss mit allen zur Verfügung stehenden Mittel erfolgen. Da Wasser in den meisten Fällen nicht zur Verfügung steht, könnten die nachfolgend aufgeführten Hilfsmittel wie folgt eingesetzt werden:

  • Austreten von kleinen Brandstellen
  • Auskehren oder Ausschlagen mit etwa 1,5 Meter langen Nadelbaumästen
  • Abdecken der Brandstelle mit Sand, Kies oder Erdreich
  • Löschen mit Feuerlöschern
  • Gegen den Wind in Sicherheit bringen
  • Feuerwehr-Anfahrtswege freihalten