Brandschutztipps:
Richtiges Verhalten in Wald und Flur

Gerade zur Zeit, besteht durch die länger andauernder
Trockenheit und Hitze die Gefahr von größeren Walbränden.
Der Waldbrandinex des Deuteschen Wetterdienstes ist auf
der Stufe 4 - hohe Waldbrandgefahr
Aus Vorsorgegründen fliegt die Luftrettungsstaffel
Bayern auch wieder Luftbeobachtung der Wälder.

Die häufigste bekannte Waldbrandursache!
Was brennt bei einem Waldbrand?
Es brennt die Bodenvegetation, der Humus, die Rinde und
das Laub bzw. die Nadeln von Bäumen und Sträuchern sowie trockenes
Holz (aber nur selten das Holz zuvor lebender Bäume), d.h. Zellulose,
Hemizellulosen, Lignin, Pflanzeninhaltsstoffe (Terpene, Harzsäuren
u. dgl.). Die Bäume sterben sobald das Kambium überhitzt wird.
Häufig führen aber auch geringere Beeinträchtigungen sogar
in tangierenden Beständen zu nachfolgendem Befall durch rindenbrütende
Insekten, sodass auch bei relativ geringen Bodenfeuern langfristig kaum
Bäume überleben. Ob und wann sich die Materialien entzünden,
hängt von deren Brennpunkten ab und damit von der Energie der vorhandenen
Zündung bzw. des vorhandenen Feuers, das die Materialien zunächst
trocknen und dann entzünden muss. Man unterscheidet:
Bodenfeuer (-brände)
Es brennt nur die Bodenvegetation und die Bodenauflage.(Relativ geringe
Wärme, langsam laufend, relativ leicht bekämpfbar)

Vollfeuer (-brände)
Es brennt die Bodenauflage und die Waldvegetation bis in die Baumkronen.
In Mitteleuropa ist ein Vollfeuer immer an ein Bodenfeuer gebunden.
(Große Wärme, schnell laufend, schwer bekämpfbar)

Moorbrände
Es brennt der ausgetrocknete Teil des Moorkörpers.
(Brennt im Verborgenen, langsame Ausbreitung, sehr schwer bekämpfbar,
gefährlich)
Flugfeuer
Brennende Pflanzenteile werden durch den Wind und die Thermik des Feuers
bei Vollbränden über die Feuerfront hinausgetragen und verursachen
jenseits der Feuerfront ein neues Feuer. (Achtung - Gefahr des Einschließens
der Löschkräfte!)
Die horizontale Ausbreitung hängt hauptsächlich vom Brandmaterial,
vom Wind (Laufgeschwindigkeit, Flugfeuer) und vom Relief (bergauf schnellere
Ausbreitung) ab. Bei konstantem Wind und ohne andere Störungen nimmt
die Waldbrandfläche eine keulenartige Form an.
Die vertikale Ausbreitung wird von der Energie des Bodenfeuers
und dem Vorhandensein so genannter Feuerbrücken (Brennbarer Unterwuchs,
tiefe Beastung) bestimmt, die dann zu Vollfeuer führen. In den Mineralboden
hinein wirken die Temperaturen des Feuers jedoch nur wenige Zentimeter,
weshalb viele Wurzeln und Überdauerungsorgane von Pflanzen sowie
unterirdisch lebende Tiere unversehrt bleiben.
Laufgeschwindigkeit von über 1 km/h sind selten.
Ein gesunder erwachsener Mensch kann einem Waldbrand also ohne weiteres
entfliehen. Bei Bodenbränden ist die Feuerfront zudem kein Inferno,
sondern nur ein schmaler Saum, der zur Rettung durchaus überquert
werden kann, da die dahinter liegende Fläche nicht mehr brennt.
Dennoch ist Vorsicht geboten. Die Geräuschkulisse eines Vollfeuers,
die Rauchentwicklung, Schadstoffe, Flugfeuer usw. können zur Desorientierung,
zur gesundheitlichen Beeinträchtigung und zum Einschließen
führen.
Die meisten Wald- und Flurbrände verursacht der
Mensch!

Waldbrände haben meist verheerende Folgen.
Dabei ließen sie sich doch mit der entsprechenden Vorsicht vermeiden.
Waldbrände entstehen in unseren Breitengraden meist
aus fahrlässiger Unachtsamkeit oder durch vorsätzliche Brandstiftung.
Zu den häufigsten Nachlässigkeiten zählen leichtfertiger
Umgang mit offenem Feuer und das Wegwerfen von noch glimmenden Zigarettenkippen.
Nicht umsonst besteht derzeit in unseren Wäldern Rauchverbot.
Machen Sie rauchende Spaziergänger darauf aufmerksam - höflich,
aber bestimmt.
Denken Sie immer daran: Feuerwehrleute schützen sich im Löscheinsatz
durch spezielle Schutzkleidung und mit Atemschutzgeräten. Betroffene
und Anlieger eines Hausbrandes können evakuiert werden. Flora, Fauna
und die Tierwelt
jedoch bleiben im Brandfall ihrem Schicksal überlassen.
Meist durch Unvorsichtigkeit und Leichtsinn entstehen in Wald und Flur
Brände
- Durch Offenes Feuer
derzeit ist offenens Feuer im Abstand von 100 m zum Wald nicht erlaubt
- Durch weggeworfene Glasflaschen (Brennglaseffekt)
- An Bahndämmen durch Funken von den Metallrädern
der Züge
- Durch Katalysatoren ( Temperaturen von 800C) von PKW
bei parken im hohen Gras
- Durch verbrennen von Laub oder Kompost, denken Sie
auch daran dass sich ein trockener Komposthaufen selbst entzünden
kann, das Feuergreift dann auf eine anleigende Freifläche und
dann auf den Wald über
- Durch spielende Kinder
Richtiges Verhalten bei Bränden
in Wald und Flur

Brandmeldung:
Im Falle eines Wald- oder Flurbrandes ist sofort die
Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 oder eine Polizeidienststelle (Notruf
110) zu verständigen. Dabei sind möglichst die nachfolgenden
Daten zu übermitteln:
- Genaue Angabe des Brandortes
- Ausmaß des Brandes
- Art des Brandes (Erd-, Boden- bzw. Wipfelfeuer)
- Günstigste Zufahrt zum Brandort,
evtl. einen Treffpunkt mit den Einsatzkräften vereinbaren
- Derzeitiger eigener Standort des Meldenden angeben
Brandbekämpfung:
Die Brandbekämpfung eines Entstehungsbrandes muss
mit allen zur Verfügung stehenden Mittel erfolgen. Da Wasser in
den meisten Fällen nicht zur Verfügung steht, könnten
die nachfolgend aufgeführten Hilfsmittel wie folgt eingesetzt werden:
- Austreten von kleinen Brandstellen
- Auskehren oder Ausschlagen mit etwa 1,5 Meter langen
Nadelbaumästen
- Abdecken der Brandstelle mit Sand, Kies oder Erdreich
- Löschen mit Feuerlöschern
- Gegen den Wind in Sicherheit bringen
- Feuerwehr-Anfahrtswege freihalten
Weiterführende Links:
Waldbrand
am Tumsee
Standardeinsatzregeln
Waldbrand
Sicherheit
und Taktik im Waldbrandeinsatz (PDF, 366 KB)
Bürgerinfo
Waldbrand
Brandschutz
in Wald und Flur
Offene
Feuerstellen / Lagerfeuer
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