Unter diesem Motto steht ein Spezialkurs beim Rotterdamer Trainingszentrum RISC. Seit einigen Jahren wird ein solcher Kurs durch den Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern für die Feuerwehren Oberbayerns angeboten.
Feuerwehrleute aus den verschiedensten Regionen des Regierungsbezirkes und darüber hinaus nehmen einmal Jahr Kurs auf die Stadt an der Niederländischen Küste um ein paar Tage im dortigen Trainingszentrum zu verbringen. Unser Busfahrer Jürgen Weiss nimmt immer wieder unentgeltlich die Strapazen einer langen Busfahrt auf sich, um uns sicher ans Ziel und wieder nach Hause zu bringen.
Der erste Tag gilt der Anreise, die nur von kurzen Pausen unterbrochen wird. Der Weg führt vom Startpunkt über Nürnberg, Würzburg, Düsseldorf bis zu unserem Ziel nach Rotterdam an der Nordseeküste. Nach dem Einquartieren steht der Abend den Teilnehmern zur freien Verfügung.
Am nächsten Morgen geht die Fahrt zum Rotterdamer Hafengelände direkt in das RISC Trainingsgelände. Als erstes wird mit dem Aufziehen der Flagge des Bezirksfeuerwehrverbandes signalisiert „Die Oberbayern sind da“. Anschließend findet die Begrüßung sowie weiterhin die Übernahme der Schutzausrüstung statt. Nach dem Umkleiden werden die Atemschutzgeräte in Empfang genommen und das Training kann beginnen.
Nicht die graue Theorie steht bei diesem Kurs im Vordergrund, sondern eben die Anwendung von schon erlerntem Wissen und Können unter realistischen Bedingungen. Durch unseren hervorragenden Trainer Ad Most wird anschaulich dargestellt wie schnell sich im Einsatzgeschehen Situationen ergeben und verändern können.
In einer Zeit in der Feuerwehrleute Brände häufig nur mehr von Berichten, Bildern und Filmen kennen, wird dort der realitätsnahen Heißausbildung höchsten Stellenwert gegeben. Bei immer neuen Szenarien vom Werkstattbrand über einen Wohngebäudebrand bis zum Brand in einer Tiefgarage mit darin eingestellten Fahrzeugen werden große Mengen an Holz in den Brandbereichen „verheizt“.
Die dadurch entstehenden Temperaturen hinterlassen bei den Übungen bleibende Eindrücke. Mehrmals kommen dabei Diskussionen über die bei den Feuerwehren vorhandene Schutzausrüstung zustande. Beschädigungen an der mitgenommenen oder auch vor Ort ausgeliehen Schutzausrüstung sind Zeugen der enormen Hitze und der damit verbundenen Risiken.
In weiteren Übungsteilen kommen Brände und Gefahren mit Gasen und flüssigen Stoffen zum Vorschein.
Dabei steht das Zusammenwirken und gegenseitige Unterstützen der Einsatzkräfte im Vordergrund. Auch das Führungspersonal ist bei diesen Übungen sehr gefordert. Falsche Entscheidungen haben hier doch häufig unmittelbare Folgen.
Der Umgang mit den Löschmitteln Wasser, Schaum und Pulver gehört hier genau so zur Tagesordnung wie die Anwendung verschiedener Einsatztak- tiken.
Atemschutzüberwachung, das Absuchen von verrauchten Räumen sowie Notfalltrainings sind ebenso Inhalte der Übungen wie grundsätzliche Tätigkeiten wie das Herstellen der Wasserversorgung, das Setzen eines Verteilers und die Vornahme eines Strahlrohrs.
Die Teilnehmer haben hier die Möglichkeit bis an die Grenzen ihrer körperlichen und geistigen Belastbarkeit zu gehen. Zwischen Einhalten und Überschreiten dieser Grenzen genügt oft nur ein kurzer Augenblick. Ein weiterer Baustein des Kurses ist das Flash - Over Training mit der Bekämpfung einer solchen Durchzündung.
Alljährlich, so auch wieder in der Zeit von 23.08.2009 mit 26.08.2009, führt der Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern solch einen Kurs für seine Feuerwehren durch. Auch wenn die Kosten für diesen Trainingskurs nicht gerade gering sind, stehen diese immer noch in keinem Verhältnis zu körperlichen Schäden und seelischem Leid das bei falschem Verhalten im Feuerwehreinsatz hervorgerufen werden kann.
Die Abende werden genutzt sich nach dem gemeinsamen Essen noch zusammenzusetzen und das tagsüber Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen.
Nach dem zweiten Lehrgangstag sind die Teilnehmer doch etwas geschafft. Beim gemütlichen Essen im Restaurant „Stormvogel“ an der Meeresküste fällt auch dem Letzten die aufgebaute Spannung ab.
Am vierten und damit letzten Tag der Reise wird nach einem ausgiebigen Frühstück die Heimreise angetreten. Dabei werden nochmals Erfahrungen ausgetauscht und über viele Dinge der Feuerwehr diskutiert.
Für die Teilnehmer steht aber auch fest diese Reise hat sich gelohnt.
Zum 2.mal konnte ich mit 17 Kameraden vom Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern an der Heißausbildung bei Falk Risc in Rotterdam teilnehmen.
Unter Leitung von KBR Gerhard Bullinger (stellv. Vorsitzender LFV Bayern) machten wir uns auf den Weg nach Holland.
Unser Pilot (Busfahrer) Jürgen Weiß hat uns angenehm und sicher ans Ziel gebracht.
Während der Fahrt wurde die Verpflegung wie bereits schon etabliert, durch den 5-Sterne Bordservice von Kamerad Steffen gewährleistet.
Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, konnten wir noch kurz an den Strand gehen und etwas Meerluft schnuppern.
Beim gemeinsamen Abendessen wurden die Erfahrungen vom Vorjahr diskutiert, sowie der Ablauf für die Ausbildung der nächsten Tage besprochen.
Am Montag ging es dann zur Sache, am Ausbildungszentrum angekommen wurde bei der Flaggenparade die Fahne vom Bezirksfeuerwehrverband gehisst.
Anschließend wurden wir von unserem Ausbilder Ad Moest empfangen, er informierte uns über das Sicherheitsgerechte Verhalten bei den jeweiligen Übungen.
Als nächstes stand die Ausgabe der Atemschutzgeräte und Einsatzkleidung an, wer wollte konnte auch seine eigene Persönliche Schutzausrüstung testen.
Neben verschiedenen Schadensszenarien wie Flüssigkeitsbrand an einem Tanklager, Schießstandbrand, Industriebrand und Tiefgaragenbrand wurden auch die Hohlstrahlrohrtechnik und einige Löschtechniken und Löschtaktiken geübt.
Bei den Nachbesprechungen konnten wir mit unseren Ausbilder Ad Moest näher auf die positiven sowie negativen Abläufe während der Übungen eingehen, hier wurden die eventuellen Fehler noch verziehen, denn es war ja nur eine Übung mit Heinrich (Übungsdummy).
Der nächste Ausbildungstag stand voll und ganz unter der Thematik „Flash Over“, denn man hatte einen neuen Brandcontainer angeschafft.
Schon bei der Gewöhnungsphase im neuen Container wurde schnell klar, dass es dieses mal heftiger zur Sache gehen würde, bei einer Durchzündung flog die seitliche Ausgangstür aus den Angeln.
Alle Beteiligten waren sehr überrascht welche Wirkung ein richtiger Flash Over haben kann.
Fazit der Ausbildung für mich war:
Die zukünftige Einsatztaktik zu überdenken; das Lesen aus dem Rauchbild durch den Einsatzleiter oder Melder. Bei Gefahr die Warnung der Kameraden mittels Hupe durch den Maschinisten. Muss unbedingt ein Innenangriff erfolgen wenn keine Menschen in Gefahr sind. Das Zeitfenster der Alarmierung bzw. wie lange kann es schon brennen berücksichtigen.
Vorgehensweise im 3er Trupp oder sogar im 4er Trupp, wenn möglich. Eine effektive Kennzeichnung abgesuchter Räume und einiges mehr.
Am Mittwoch traten wir wieder die Heimreise an, an der A3 Abfahrt Höchstadt war es für mich an der Zeit, allen für die gute Zusammenarbeit und die super Kameradschaft während der 4 Tage zu danken. Mein besonderer Dank gilt KBR Gerhard Bullinger für die hervorragende Organisation.
Mit kameradschaftlichen Gruß und ein Glück auf im Feuerwehrdienst aus Franken
Ernst Messingschlager
Kreisbrandinspektion Lkr. Forchheim