Katastrophenalarm heute häufiger den je!
Katastrophenschutz in Bayern ohne Feuerwehr undenkbar

Katastrophenschutz hat Vorrang

Die Feuerwehr als die Nummer eins bei der Katastrophenhilfe stand im Mittelpunkt eines Aktionstages, den gestern Regierungspräsident Christoph Hillenbrand (rechts) bei der Rosenheimer Hauptfeuerwache eröffnete.

Aktionstag BFV Obb 2006

Der Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern, vertreten durch Vorsitzenden Gerhard Bullinger (links) und Stellvertreter Karl Neulinger (Mitte), unterstrich die Bedeutung der Feuerwehren bei der Bewältigung von Großschadensereignissen. Aktuelle Brisanz erhält die bayernweite Aktionswoche, zu der sich in Rosenheim auf Einladung von Stadtbrandinspektor Hans Meyrl auch der Fachbereich Katastrophenschutz der oberbayerischen Feuerwehren zur Arbeitssitzung traf, durch Sparpläne des Bundes. Foto: ps

Artikel aus OVB Rosenheim vom 25.09.2006

Plakat Aktionswoche 2006

Immer häufiger ist heutzutage von Katastrophen die Rede, immer häufiger werden Katastrophenalarme ausgelöst. Doch wer ist dann als Helfer gefragt und eigentlich betroffen? Wer kümmert sich darum, daß Katastrophen abgearbeitet und bewältigt werden, daß die Not gelindert wird, daß schnellstmöglich Hilfe kommt? In den allermeisten Fällen ist es die Feuerwehr, die dann als erstes zum Einsatz kommt oder oft schon im Einsatz ist, wenn die Katastrophe offiziell erklärt wird!

Seit dem Pfingsthochwasser 1999, dem Hochwasserjahr 2002, dem Glutjahr 2003 mit vielen Wald- und Freiflächenbränden, dem Hochwasserjahr 2005, der biologischen Bedrohung durch Maul- und Klauenseuche, ob Antrax - Alarme oder Geflügelpest, ob Schneechaos auf der Autobahn, der tragischen Halleneinsturz in Bad Reichenhall oder zuletzt der Schneekatastrophe in Niederbayern kann eigentlich niemand ernsthaft an der Tatsache zweifeln: Die Feuerwehren stellen die personell stärkste und unverzichtbare Säule im Katastrophenschutz dar.

Oft ist sind Bürgerinnen und Bürger, aber auch so mancher Kommunalpolitiker landläufig der Meinung: Wenn es um Katastrophenschutz geht, dann kommen das Technische Hilfswerk und die Bundeswehr, die Polizei, dazu Hilfsorganisationen sowie anderen Behörden und Einrichtungen zum Einsatz. Tatsächlich sind es aber die Feuerwehren, die bei den Schadensereignissen oftmals die ersten im Einsatz sind!!!

Bei der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk sind rund 80.000 Helferinnen und Helfer registriert, die Bundeswehr hat derzeit eine Stärke von 250.000 Soldatinnen und Soldaten. Davon kann aber immer nur ein Teil eingesetzt werden, da die Organisationen auch in Auslandeinsätzen mit Kräften gefordert sind und die Standorte weit verteilt und ausgedünnt wurden. Deutschlandweit gibt es hingegen 1,3 Millionen Feuerwehrdienstleistende.

Die Schneekatastrophe in Ostbayern hat erneut und eindrucksvoll die Effektivität und Leistungsbereitschaft der 325.000 Feuerwehrleute Bayerns unter Beweis gestellt. Unter den über 38.000 Hilfskräften befanden sich rund 32.000 Feuerwehrleute, das entspricht 84 Prozent, die dabei 465.000 Einsatzstunden leisteten, ein großartiges Beispiel gelebten Bürgersinns!
Tagelang waren die Helferinnen und Helfer im Einsatz, um teilweise bis zur totalen Erschöpfung Dächer von der Schneelast zu befreien, Gebäude zu sichern, Straßen freizuhalten und die Bevölkerung zu versorgen.

In den Landkreisen Deggendorf, Freyung-Grafenau, Passau, Regen, Straubing-Bogen und Schwandorf musste der Katastrophenfall festgestellt werden. In anderen Regionen wurde dieser Schritt zwar nicht unternommen, dennoch waren zahlreiche Einsätze abzuarbeitet. Auch im oberbayerischen Regierungsbezirk haben die Frauen und Männer der Feuerwehren gezeigt, welches Potential in den Kräften vor Ort steckt. Bedauerlicherweise musste sogar ein Kamerad seinen Einsatz für die Allgemeinheit mit dem Leben bezahlen!

Katastrophenfälle lassen sich nicht vorankündigen. Sie stellen die Verantwortlichen immer wieder vor neue Herausforderungen, vor kurzfristige Aufgaben, vor die Notwendigkeit, die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Es sind gerade die Ortswehren, die aufgrund der vielen Stützpunkte in der Fläche sofort zur Stelle sind und schnell vor Ort anpacken, um das personell stärkste Kontingent der Hilfe zu stellen. Wenn die Sirenen aufheulen, der Alarmempfänger piepst oder die Kräfte anderweitig alarmiert werden, sind sie umgehend zur Stelle.

Das Technische Hilfswerk und die Bundeswehr, die Polizei, andere Hilfsorganisationen sowie Behörden und sonstige Einrichtungen werden dann je nach Bedarf und Notwendigkeit als Ergänzung hinzualarmiert.

Bedauerlicherweise werden erst bei solchen Ereignissen die vielfältigen Einsetzungsmöglichkeiten der Feuerwehren erkannt. Dabei wird häufig vergessen, dass die ehrenamtlichen Kräfte ihren Arbeitsplatz oder ihr zu Hause verlassen haben, um zu helfen. Viel zu wenig wird darüber nachgedacht, welche privaten und beruflichen Tätigkeiten im Hintergrund stehen, die für Stunden oder sogar Tage hinangesetzt werden, um der Bevölkerung zu dienen. Erstes Gebot der Feuerwehren ist es, dem anderen zu helfen.

Auch beim Katastrophenfall gilt:

  • Katastrophenschutz in Bayern ist ohne Feuerwehr undenkbar
  • Ihre Feuerwehr ist schnell an Ort und Stelle, um zu helfen!
  • Ihre Feuerwehr ist von Anfang an dabei!
  • Ihre Feuerwehr hilft, wo immer sie kann!
  • Ihre Feuerwehr ist größtenteils ehrenamtlich im Einsatz!
  • Ihre Feuerwehrleute lassen daheim alles liegen und stehen, verlassen den Arbeitsplatz!
  • Ihre Feuerwehrleute nehmen viel auf sich, um zu helfen!
  • Ihre Feuerwehrleute können mehr, als nur löschen!
  • Ihre Feuerwehrleute verstehen ihr Handwerk!
  • Selbst Katastrophen lassen sich meistern, gemeinsam!

Ihre oberbayerischen Feuerwehren