Feuerwehrseelsorger und Peer

Im Unterschied zur Notfallseelsorge oder der Krisenintervention ist die Feuerwehrseelsorge ausschließlich für die Einsatzkräfte der Feuerwehren zuständig. Als Fachberater Seelsorge oder wie häufig auch etwas liebevoll „Feuerwehrseelsorger“ gebraucht, leisten sie ihren Dienst auf den verschiedenen Verbandsebenen. Sie stehen im aktiven Dienst den Kameradinnen und Kameraden als professionelle Begleiter nach Einsätzen zur Verfügung.

Sie helfen und beraten aber auch gerne bei der Gestaltung und Durchführung von Gottesdiensten und kirchlichen Feiern. Alle Seelsorger und Seelsorgerinnen sind im haupt- oder nebenamtlichen Dienst der evangelischen oder katholischen Kirchen tätig.

Dennoch reicht die übliche Seelsorgsausbildung heute für diesen Dienst nicht mehr aus. Zusätzliche Qualifikationen wie die Ausbildung zur Notfallseelsorge und Stressbewältigung nach belastenden Ereignissen (SbE nach Mitchell) stellen eine professionelle und qualifizierte Einsatzvorsorge (primäre Prävention) und Einsatznachsorge (sekundäre Prävention) sicher.

Besondere Wichtigkeit messen wir der primären Prävention bei. Außergewöhnliche Belastungen können im Einsatz nicht verhindert werden.

Dennoch können wir die Bewältigungsmechanismen des Einzelnen durch geeignete Schulungsmaßnahmen ins Bewusstsein rücken, für auftretende Symptome sensibilisieren und Strategien für die eigene Bewältigung fördern. Ist die Gefahr erst einmal erkannt und richtig eingeordnet, lässt sich die Gefahr durch entsprechende Maßnahmen auch gut eingrenzen bzw. verhindern.

Oftmals lassen uns aber die Bilder des Einsatzes eben nicht mehr los, tauchen einfach auf, bereiten schlaflose Nächte; schmerzhafte Erinnerungen versuchen wir zu vermeiden. Kommt es zu einer seelischen oder psychischen Verletzung (Traumatisierung), ist auf jeden Fall „Schadensbegrenzung“ die richtige Devise.

Mit geeigneten Nachsorgemaßnahmen (sekundäre Prävention) wie einer gezielten Einsatznachbesprechung (Debriefing) oder mit Einzelgesprächen versuchen wir dem Erlebten gezielt und strukturiert einen Ausdruck zu verleihen. Die hierfür notwendige Ausbildung erfolgt für Seelsorgerinnen und Seelsorger beim Theologischen Institut der Bayrischen Bischofskonferenz in Freising oder an der Staatlichen Feuerwehrschule in Regensburg.

Unterstützt wird diese Arbeit von einsatzerfahrenen Kameradinnen und Kameraden (Peers), die nach einer spezifischen, psychotraumatologischen Aus- und Weiterbildung den eigenen Kameraden zur Verfügung stehen. Der Peer baut Berührungsängste und Akzeptanzprobleme ab, weil er aus dem Kreis der eigenen Kameraden kommt, so genannten „Stallgeruch“ hat. Somit stellt der Peer eine wichtige Ressource in der primären und sekundären Prävention dar. Die Ausbildung wird an der Staatlichen Feuerwehrschule in Geretsried mit den Lehrgängen Peer 1 und Peer 2 durchgeführt.

Der Feuerwehrseelsorger als psychosoziale Fachkraft und der Peer können Symptome des Akuten Stresses erkennen und zwischen den Formen der Akuten Belastungesstörung und der Posttraumatischen Belastungsstörung unterscheiden. Sie können bei Bedarf auf psychotraumatologische Experten in ihrer Nähe zurückgreifen.


Feuerwehrseelsorge in Bayern (PDF, 19,6 KB)



Mit einem entsprechenden Klick auf den Landkreisen können sie die Fachberater Seelsorge und Fachberater Stressbewältigung im BFV Oberbayern kennen lernen.

Aus kirchlicher Sicht gehört der Landkreis Landshut zu Oberbayern.
Der Vollständigkeit halber hier der Fachberater Seelsorge des Landkreises Landshut.

Ansprechpartner des LFV Bayern zum Thema Seelsorge:

Andreas Müller-Cyran
Diakon.
Andreas Müller-Cyran ist hauptberuflich beauftragt mit der Seelsorge für das Einsatzpersonal aus Feuerwehr und Rettungsdienst in Bayern. Für die Erzdiözese München-Freising ist er der Ansprechpartner für die Notfallseelsorge. Er hat lange als Rettungsassistent im Rettungsdienst gearbeitet und das KIT-München aufgebaut, das er bis heute leitet.
Er steht als Ansprechpartner für alle Angehörigen der Feuerwehren in Bayern zur Verfügung, die keinen Feuerwehrseelsorger in ihrer Nähe haben - und Fragen haben.
Email: AMueller-Cyran@ordinariat-muenchen.de;
Tel.: 0 89 / 95 72 03 27
Fax 0 89 / 95 72 03 27
Mobil: 01 71 / 3 61 85 84

 

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