Verschlüsselt im Einsatz

Digitale Funkgeräte für Feuerwehr und BRK

Landkreis _ Funken ohne das störende Rauschen im Ohr. Im Ernstfall keine "verstopften" Kanäle mehr, auch wenn 20 Feuerwehren gleichzeitig zu einem Einsatz fahren und über Funk in Kontakt stehen. Das alles ist mit Digitaltechnik möglich. Nun fragt sich nur noch, woher das Geld für die Umrüstung kommen soll.

"Das ganze funktioniert im Prinzip wie ein Handy", erklärt Kreisbrandrat Gerhard Bullinger. Mit dem digitalen Sprechfunk kann man einen Teilnehmer direkt anwählen und nur mit ihm sprechen. "Das ist vor allem bei einem Großeinsatz wichtig", so Bullinger. Denn auf der Feuerwehr-Frequenz hören die Ebersberger teilweise noch die Floriansjünger aus dem Allgäu. Wenn sich dann im Notfall über den FFW-Kanal beispielsweise ein Dutzend Wehren ordnungsgemäß melden, dass sie ausgerückt sind, dann ist das Netz schnell überlastet. "Da gibt es kaum Sprechpausen." Derzeit laufen bundesweit Pilotprojekte. Die Polizei soll möglicherweise bereits zur Fußballweltmeisterschaft 2006 mit den Geräten ausgerüstet werden. Stückpreis zwischen 300 und 3000 Euro.


Foto: Jürgen Roßmann

"Wir haben vom Innenministerium die Anweisung, keine neuen konventionellen Funkanlagen mehr anzuschaffen", so Gerd Müller, Leiter des Rettungsdienstes beim BRK in Ebersberg. Aber wann die neuen Geräte kommen sollen, weiß auch er nicht. "Ich schätze mal 2008 oder 2010." Für den Rettungsdienst sei zur Finanzierung das Innenministerium zuständig. In allen anderen Fällen müsse der Kreisverband für die Umrüstung selbst aufkommen. "Und das wird in die Tausende gehen", so Müller. Warum aber nicht gleich alle mit Handys ausrüsten? "Die Behörden wollen ein eigenes Netz aufbauen", so Müller. Dann können Gespräche aus Sicherheitsgründen beispielsweise auch verschlüsselt gesendet werden.

Bei den Feuerwehren werden wohl die Kommunen und der Landkreis zur Kasse gebeten. Und das nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch beim Betrieb. Analog zum Handy könnten Gesprächsgebühren abgerechnet werden, vermutet Bullinger. Für das Netz müssen eigene Funkmasten gebaut werden. "Und es wird auch Funklöcher geben, wie schon jetzt im Ebersberger Forst", so der Kreisbrandrat. Denn der neue Service soll nach wirtschaftlichen Überlegungen gestaltet werden. Daher glaubt Bullinger auch, dass dieser zunächst in den größeren Städten funktionieren soll. Erst dann werde die Fläche bedient. Mit dem Rauschen im Netz soll es vorbei sein, wenn die neuen Digitalfunkgeräte eingeführt werden.

Infos zum Digitalfunk unter
http://www.pilotprojekt-digitalfunk-aachen.de
http://www.dafu.de

Text: Robert Langer