Vollübung mit dem Hilfeleistungskontingent-Standard im LK Eichstätt

An der Übung waren viele Einsatzkräfte beteiligt

Um den im vergangenen Frühjahr aufgestellten Sonderplan Hilfeleistungskontingent für überörtliche Katastrophenhilfe auf seine Praxistauglichkeit zu testen wurde vom 02. bis 04. Juli 2009 eine Vollübung mit den dafür eingeteilten Einheiten durchgeführt.

Als Übungsszenario wurde angenommen, dass wegen seit längerer Zeit andauernd-er Wald- und Heidebrände in der Lüneburger Heide das Hilfeleistungskontingent des LK EI über die Regierung angefordert wird.

Das Hilfeleistungsersuchen ging am Donnerstag, 02. Juli 2009 um 15 Uhr beim LRA EI ein. Daraufhin wurden der Landrat, die FüGK sowie KBR Alois Strobl unverzüglich in Kenntnis gesetzt.

Alle Führungskräfte von Feuerwehr und BRK wurden über die ILS Ingolstadt alarmiert und für den gleichen Tag für 18 Uhr zum Briefing ins LRA nach Eichstätt einbestellt.
Dort wurden die vorgesehene Züge mit den Einsatzmitteln (abgestimmt auf die Schadenslage) zusammengestellt, die Zugführer bestimmt und über die jeweiligen KBM (als Organisatoren) über den Einsatz und dessen Besonderheiten in Kenntnis gesetzt. Als Termin für die Rückmeldung ans LRA Eichstätt wurde der kommende Tag um 11 Uhr bestimmt. Gleichzeit wurde für die Dauer der Fahrt des Hilfe-leistungskontingentes ein sog. „Marschführer“ nebst einem Stellvertreter festgelegt.

Gleichzeitig wurde die FüGK zusammengestellt, der Kontingentführer (KonFü), dessen Stellvertreter sowie die UG-Kontingentführer (UG-KonFü) als Voraus-kommando (VorKom) festgelegt sowie die Kreiseinsatzzentrale (KEZ) besetzt.
Dieses Vorauskommando (Vorkom = KonFü, sein Stellvertreter sowie die UG-KonFü) wurden fiktiv für den nächsten Tag ins Einsatzgebiet in Marsch gesetzt. Als Einsatzgebiet diente für die Dauer Übung eine Bundeswehrkaserne an der LK-Grenze.

Dort fand am nächsten Abend (03. Juli 2009) nach Eintreffen des VorKom im angenommenen Schadensgebiet die Einweisung in die Einsatzlage durch den ÖEL sowie Vertreter der Katastropheschutzbehörde des Schadensgebietes statt. Auch wurden gleich vor Ort die Unterbringungs- und Versorgungsmöglichkeiten abgeklärt sowie das Einsatzgebiet erkundet. Weiterhin wurden bereits erste Nachforderungen an Einsatzmitteln über die FüGK abgesetzt.

Der Abmarsch des Kontingentes (7 Löschzüge sowie Unterstützung durch Einheiten des BRK wie Versorgung, Technik und Rettungsdienst) wurde am 04.07.2009 durchgeführt. Der Marschführer stellte mit Unterstützung seines Stellvertreters die Vollständigkeit des Kontingentes fest und legte die Marschfolge fest. Auch wurden die Fahrzeuge entsprechend gekennzeichnet. Die Umsetzung des Gepäcks für die rund 140 Einsatzkräfte erfolgte auf dafür vorgesehene LKW der Feuerwehr.

im Einsatz

Nachdem die Anfahrt über eine BAB sowie eine Bundesstraße erfolgte, sicherte die Verkehrspolizei die neuralgischen Punkte (u. a. Einfahrt auf Bundesstraße) ab.
Am Zielort wurden die planmäßig eintreffenden Einheiten in den Aufstellungsraum eingewiesen. Die Zugführer und der Marschführer wurden vor Ort durch den KonFü und der ÖEL in einem gesonderten Briefingraum, der auch als Befehlsstelle diente, in die Lage eingewiesen. Nach Einweisung erfolgte die Bildung und Zuteilung der Einsatzabschnitte sowie die Quartierzuweisung.

Die Einsatzkräfte erhielten den Auftrag, den auf der Nordseite des „Einsatzgebietes“ liegenden Güterbahnhof mittels massiven Löschwassereinsatzes zu schützen. Hierzu mussten auch lange Schlauchstrecken verlegt werden. Aufgrund der angenommen-en heißen Witterung mussten einige Feuerwehrleute mit Kreislaufproblemen behandelt werden. Weiterhin erlitt ein Feuerwehrdienstleistender schwere Brandverletzungen und musste in eine Spezialklinik geflogen werden. Erschwert wurde die Lage dadurch, dass angenommen war, dass sich die „Flammenwand“ schneller als erwartet zum zu schützenden Objekt hin ausbreitet. Lückenlos
protokolliert wurde das ganze Geschehen seit dem 02.07.2009 durch die UG-KonFü mit dem EDV-Programm „epsweb“.
Nach Abschluss der Übung erfolgte eine Schlussbesprechung mit den Führungskräften, den Zugführern und dem BRK sowie den anwesenden Gästen der Regierung von Oberbayern (FB Dipl.-Ing. Ludwig Dausmann), der SFS Geretsried (BOR Dr. Rene Mühlberger) sowie BezFV-Vorsitzenden von Oberbayern KBR Karl Neulinger und den LRA Eichstätt.
Man kam überein, dass die Übung sehr gut dazu geeignet war, den Sonderplan auf Praxistauglichkeit hin zu testen. Nach Abschluss der Auswertung der Einschätzungen aller Beteiligten und Führungskräfte wird der Sonderplan in einigen Punkten noch ergänzt. Wichtig war aber bereits im Vorfeld, dass der Kontingentführer bereits mit dem VorKom ins Schadensgebiet fährt und sich vor Ort ein Bild der Lage macht.
Für alle Teilnehmer der Übung (rund 170 Personen) gab es zum Abschluss ein Mittagessen, dass vom Betreuungszug des BRK vor Ort zubereitet wurde.

Pförring, 07.07.2009
KBM Franz Waltl