Infoveranstaltung Analytische Taskforce

Hepberg (hts) In einer Phase in der vermehrt vor Anschlägen und Terror gewarnt wird gewinnt der Schutz vor Katastrophen zunehmend an Bedeutung. Dies gilt insbesondere für die Abwehr von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen (CBRN) Gefahren.

Infoveranstaltuing Analytische Taskforce
Zur Informationsveranstaltung „Analytische Task force“ hatten sich rund 80 Feuerwehrführungskräfte aus ganz Oberbayern im neuen Hepberger Feuerwehrgerätehaus eingefunden. Unter ihnen KBR Alois Strobl, BAR Stephan Klotz, KBM Markus Hanrieder, KBR Markus Reichart und Hepbergs 1. Kommandant René Karmann (von links nach rechts). Foto: hts

Passend dazu- genau zur richtigen Zeit- hatten die Fachbereiche Katastrophenschutz und Einsatz, Löschmittel sowie Umwelt des Kreisfeuerwehrverbandes Eichstätt auf Initiative von Kreisbrandmeister Markus Hanrieder eine Informationsveranstaltung zur „Analytischen Task force“ (ATF) organisiert.

Insgesamt rund 80 Führungskräfte von Freiwilligen Feuerwehren sowie von Werks- und Berufsfeuerwehren aus ganz Oberbayern waren der Einladung von Kreisbrandrat Alois Strobl gefolgt. Die Freiwillige Feuerwehr Hepberg stellte für die Veranstaltung den Schulungsraum in ihrem neuen Feuerwehrgerätehaus zur Verfügung.

Angenehm überrascht zeigte sich KBR Alois Strobl/Eichstätt bei seiner Begrüßung über die hohe Resonanz zum Thema der Veranstaltung, die durch die zahlreichen Teilnehmer zum Ausdruck komme. Dem schloss sich KBR Markus Reichart, Leiter des Fachbereichs Katastrophenschutz bei seinem Grußwort für den Bezirksfeuerwehrverband Oberbayern an. Er brachte seine Freude zum Ausdruck, dass diese Veranstaltung im Kreisverband Eichstätt zustande komme, der zu dieser Thematik eine Vorreiterrolle für den Bezirk übernommen habe.

Hauptreferent des Abends war Brandamtsrat Stephan Klotz von der Berufsfeuerwehr München, ein diplomierter Chemiker. Zur zivilen Abwehr von CBRN- Gefahren seien bundesweit sieben Spezialeinheiten, so genannte Analytische Task forces geschaffen worden, sagte Klotz. Ziel der ATF sei es lokale Einrichtungen mit weiterem Expertenwissen zu unterstützen und eine ähnliche Analysequalität zu erreichen wie stationäre Labore, bei einer Verfügbarkeit von 24 Stunden am Tag und 365 Tagen im Jahr. Die Installation dieser speziellen Einsatzgruppen sei inzwischen weitgehend abgeschlossen, die lokalen Expertennetzwerke mit Spezialisten von Universitäten und Instituten und der Austausch mit anderen ATF´s müsse aber noch weiter ausgebaut werden, so Klotz. Der Aktionsradius einer ATF beträgt rund 220 Kilometer. Die ATF in München, die auch für den Bezirk Oberbayern zuständig ist, agiere als enge Kooperation zwischen der örtlichen Freiwilligen- und der Berufsfeuerwehr.

Der erweiterte Katastrophenschutz des Bundes gliedere sich ausgehend von der kommunalen Grundversorgung, über die flächendeckende CBNR- Ausstattung mit derzeit 450 ABC- Erkundungskraftwagen, einer zusätzlichen Ausstattung in besonders gefährdeten Gebieten bis zu den sieben ATF´s. Die derzeitige bundesweite CBRN- Organisation umfasse neben den sieben ATF´s, 61 medizinische Task forces sowie eine bei der Polizei angegliederte zentrale Unterstützungsgruppe Bund in Berlin. Darüber hinaus befänden sich fünf Task forces für biologische Gefahren in der Planung. Die Alarmierung der ATF erfolge nach einem Stufenkonzept, so Klotz. In der ersten Stufe erfolge lediglich eine telefonische Beratung. In der zweiten werde ein ATF- Erkundungsteam entsandt, das die Lage bewerte und eine erste Schadstoffanalyse durchführe. In Stufe drei (Ziel: Nach zwei Stunden) sei die komplette ATF mit Erkundungsfahrzeugen, allen Messgeräten und 12 bis 14 Spezialisten im Einsatz.

Die ATF am Standort München habe am 1. Juli dieses Jahres den Probebetrieb aufgenommen und bisher fünf Einsatzfälle absolviert. Die ATF stoße jedoch dann an ihre Grenzen, wenn eine großflächige Bestimmung von Schadstoffkonzentrationen in der Luft oder die quantitative Ermittlung von Schadstoffen erforderlich sei. Die ATF ersetze keine kommunale Einrichtung und übernehme nicht die Einsatzleitung, sagte Stephan Klotz.

Abschließend referierte Brandoberinspektor Franz Hierl von der Berufsfeuerwehr Ingolstadt über den Nachweis chemischer Gefahrenstoffe im Großraum Ingolstadt, mit dem Scherpunkt des Messgeräteeinsatzes zur Gefahrenabwehr. Ziel sei die Zusammenführung der Messgerätetrupps bei Großgefahrenlagen, über die Region 10 hinaus. Derzeit seien bereits neun Werks- und 15 Freiwillige Feuerwehren aus den Landkreisen Eichstätt und Pfaffenhofen involviert, durch deren Zusammenarbeit deutliche Synergieeffekte entstünden, so Hierl.