Dramatischer Unfall mit NMR-Gerät (Kernspintomografiegerät)

16.09.01
Vor wenigen Tagen ereignete sich ein Schmorbrand in der NMR-Abteilung einer Freiburger Klinik.

Im Zuge der Entlüftungsmaßnahmen betrat ein Feuerwehrmann mit schwerem Atemschutz den NMR-Raum. Das NMR-Gerät selbst war zu diesem Zeitpunkt bereits auf normale Art abgeschaltet worden, so dass die Einsatzkräfte nicht mehr von einer Gefahrenquelle ausgingen. Dennoch wurde der Feuerwehrmann aus etwa 1,5 m Entfernung vom Magnetfeld des NMR-Gerätes erfasst und mit großer Kraft angezogen.

Mit voller Ausrüstung einschließlich Atemschutz und in "Klappmesser-Haltung" (Kopf auf die Knie) wurde der Feuerwehrmann völlig in die Röhre gequetscht. In dieser Haltung konnte der Feuerwehrmann kaum noch Atmen. Einem Kollegen gelang es nicht, seinen Kameraden aus dieser Lage zu befreien.

Erst als auch der Notschalter abgeschaltet wurde, konnte der Mann schließlich aus dieser lebensgefährlichen Situation befreit werden. Der Feuerwehrmann erlitt eine Commotio cerebri und multiple Prellungen, die eine stationäre Behandlung erforderlich machten.

Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst in Freiburg, Dr. Frank Koberne, weist nun dringend darauf hin, dass bei Einsätzen in NMR-Räumen unbedingt auch die Notabschaltung der Geräte erfolgen müsse. Die reguläre Ausschaltung eines NMR-Gerätes bewirke lediglich eine langsame Abschwächung des Magnetfeldes. Erst durch eine Notabschaltung werde die Unterbrechung der Kühlung des supraleitenden Ringes erreicht, was einen sekundenschnellen Abfall des Magnetfeldes bewirkt.

Ferner sei zu beachten, dass bei der Notabschaltung das zur Kühlung eingesetzte Gas (Helium) über ein Überdruckventil entweicht. Dieser Vorgang kann bei Unkenntnis zu erheblichen Irritationen bei den Einsatzkräften führen.

NMR-Geräte finden zunehmen auch in der Industrie Verwendung und können, wie der Einsatz in Freiburg zeigt, unter Umständen zur tödlichen Falle für die Einsatzkräfte werden.

skverlag.de