Spätestens anlässlich eines Jubiläums erinnert man sich, das da noch ein paar alte Sachen sein müssten, die man doch vorzeigen könnte. Leider stellt man fest, in welch heruntergekommenem Zustand sie sich befinden. In den Röcken und Mützen waren die Motten, das Leder ist hart und brüchig und auch die alte Handdruckspritze ist in einem schlechten Zustand. Nun ist guter Rat teuer und mit falschen Maßnahmen wird die Sache noch schlimmer.
Aber auch dort, wo man voll Stolz die alten Dinge aufgehoben hat, passieren vielfach Fehler. Jedermann wird einsehen, dass die Zweckentfremdung einer alten Handdruckspritze als Pflanzenkübel am Gerätehaus diesem Gerät nicht lange bekommt. Weiß aber auch jeder von uns, dass Sonnenlicht für eine alte seidene Fahne oder eine sauber gerahmte Urkunde, auf die man stolz ist, tödlich ist.
Es wird heute, nicht mehr alles, was man ausmustert, fortgeworfen. Das ist eine begrüßenswerte Entwicklung, denn viele dieser alten Dinge besitzen für die Feuerwehren oder sogar für uns alle einen großen Erinnerungswert.
Ein altes Gerät, das viele Jahre im Einsatz war, kann nicht fabrikneu aussehen. Es sollte andererseits sauber und gepflegt sein, und es sollte einwandfrei funktionieren.
Was muss man deshalb bei der Restaurierung beachten?
1. Das ganze Gerät sollte sorgfältig gereinigt werden, damit man Beschädigungen und Fehler erkennt.
2. Zerbrochene oder beschädigte Teile müssen repariert oder ersetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass von der ursprünglichen Substanz soviel wie möglich erhalten bleibt. Beschädigte Radspeichen müssen ersetzt werden, ebenso durchgerastete Eisenteile.
3. Die Funktionsfähigkeit des Gerätes muss wiederhergestellt werden. Dazu muss das Werk auseinandergenommen und gereinigt werden. Die Dichtungen der Kolben müssen notfalls erneuert werden, Ventile müssen leichtgängig gemacht werden. Blanke Metallteile sind zu putzen und mit einem Silikonöl zu schützen
4. Farbanstriche geben der alten Spritze das Gesicht. Es sollte aber auf jeden Fall die originalen Farben sein. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass Beschriftungen und künstlerische Bemalungen auf jeden Fall erhalten bleiben sollten. Verrostete Eisenteile entrostet man mit Phosphorsäure. Teile, die nicht blank bleiben sollen, werden in der üblichen Weise mit Ölfarbe gestrichen. Ein abschließender klarer Schutzlack ist angebracht, weil der die ursprüngliche Farbe nicht verändert, diese anderseits aber vor weiteren Beschädigungen schützt.
5. Die gereinigten Holzteile sollten, um spätere Schäden zu vermeiden, aber auf jeden Fall mit einein geeigneten Holzschutzmittel imprägniert werden. Bewährt hat sich hier Xylamon-BV Spezial farblos. Neben seiner eigentlichen Aufgabe, Schadinsekten abzutöten, hat es den Vorteil, schnell und geruchsneutral zu trocknen und keine fettenden Oberflächen zu hinterlassen.
6. Für die Pflege des Leders verwendet man regelmäßig säurefreie weiße Vaseline, um das Austrocknen des Leders zu vermeiden. Das häufig verwendete Wachs kann nicht empfohlen werden, weil es die Poren verschließt und die Atmung des Leders behindert.
Ein spezielles Kapitel bilden alte Fahnen, Uniformen u.a. die aus Seide oder Textilien sind und durch unsachgemäßen Gebrauch nur noch aus Bruchstücken bestehen. In diesen Fällen, oder wenn Motten drin waren, wird abgeraten, selbst etwas zu unternehmen zu wollen. Dies ist eine Arbeit, die nur der Fachmann machen kann.
7. Für alle historischen Gerätschaften sollte eine Karteikarte angelegt werden in der auch eine Instandsetzung aufgelistet ist (siehe Anlage).
Erhalten und Bewahren
Es gibt bei verhältnismäßig vielen Feuerwehren eine Anzahl alter Akten - Sie führen leider vielfach ein stiefmütterliches Dasein - Es wäre gut, wenn sich jemand ihrer annähme, sie sicherte und ordnete, denn sie sind ja die einzigen Quellen, denen wir etwas über die Geschichte unserer Feuerwehren entnehmen können. Aber auch über die Beschaffung der Geräte können sie einiges aussagen. Sie gehören also genauso in unser Archiv wie Protokolle und Einsatzberichte.
Mitunter gibt es dabei wundervolle alte Fotos oder Urkunden, die gut gerahmt die Räume in den Gerätehäuser zieren könnten. Hier sollte aber eine Kopie angefertigt werden, denn Fotos und Papiere werden durch das Licht auf die Dauer zerstört. Das gleiche gilt für alle natürlichen Materialien wie Leder, Textilien und Hölzer. Man sollte sie also auf keinen Fall direktem Sonnenlicht aussetzen.
Wenn mit diesen Ausführungen sicher nicht alle Probleme angesprochen werden konnten, so haben sie hoffentlich doch Anregungen und Ratschläge gegeben, die mithelfen, die Bestände an alten Geräten und Ausrüstungsgegenständen besser zu erhalten. Nicht erst unser nächstes Jubiläum sollte uns daran erinnern, wie notwendig dieses ist.
Kleiner Anhang wunderschöner restaurierter historischer Geräte und Fahrzeuge, sie alle sind im Archiv erfasst und dokumentiert:
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| Branddirektions-Standarte |
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| Kastenspritze Bauj. 1834 |
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| Druckspritze Bauj. 1870 |
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| Motorspritze 2-räd. Bauj. 1933 |
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Motorspritze Magirus Rumania P 11/3 Bauj. 1927 |
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| Schlauchwagen um 1900 |
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| Anhänger Feuerlöschpolizei Bauj. 1942 |
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| Tragkraftspritze Feuerlöschpolizei 1937 |
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| Drehleiter Maqirus DL 22 Baut. 1954
Wer seine Vergangenheit nicht kennt, der hat auch keine Zukunft
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Dieses Wunderschöne historische Bild ist all denen gewidmet, denen der Bezug zur Historie abhanden gekommen ist. |